Geriatrie in Deutschland

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Geriatrie (Altersmedizin)

Die Geriatrie gilt als medizinisches Fachgebiet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert sie als «Zweig der Medizin, der sich mit der Gesundheit im Alter und den klinischen, präventiven, rehabilitativen und sozialen Aspekten von Krankheiten beim älteren Menschen beschäftigt».

Auch in der Schweiz erfährt die Geriatrie eine rasante Entwicklung. Die Zunahme betagter und insbesondere hochbetagter Menschen hat erhebliche Auswirkungen auf das Gesundheitswesen. Die Schweiz gibt rund 6,6 Milliarden Franken pro Jahr für Langzeitpflege aus. Diese Kosten werden noch steigen, da heute schon jede sechste, bis 2050 gar jede vierte Person in der Schweiz älter als 65 Jahre ist. Alternative Wege zur klassischen Langzeitpflege sind darum dringlich.

Die Geriatrie setzt interdisziplinäres Arbeiten voraus

Mitglieder verschiedener Berufsgruppen arbeiten im geriatrischen Kontext eng zusammen. Alte und hochbetagte Menschen sollen zu einem möglichst langen selbständigen Leben befähigt werden.

Die SFGG – die Schweizer Fachgesellschaft für Geriatrie

formuliert ihr Bestreben wie folgt: «Ziel der geriatrischen Betreuung ist es, alten Menschen ein erfülltes, aktives Leben zu ermöglichen, Krankheiten und deren Folgen vorzubeugen und diese frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln. Sie hat weiter zum Ziel, alten Menschen, die an akuten oder chronischen Krankheiten leiden, Funktionseinbussen haben oder abhängig sind, ein gelingendes Leben zu ermöglichen sowie Sterbenden die notwendige medizinische und soziale Hilfe zu leisten und ihnen beizustehen.»

In der Regel sind geriatrische Patientinnen und Patienten über 65 Jahre. Oft liegen mehrfache und komplexe Krankheitsbilder vor (Multimorbidität):

  • allmählicher Intelligenzabbau (verschiedene Demenzen)
  • Wahnvorstellung, insbesondere durch Alzheimer-Demenz,
  • Herzinsuffizienz,
  • Immobilität,
  • Instabilität (vor allem als Folge von Apoplexie, Schwindel, Stürze)
  • Inkontinenz der Blase oder des Darms
  • Einschränkung der Wahrnehmungsorgane,
  • Der allmähliche Verlust / Abbau an Körperflüssigkeit (Exsikkose)

Typisch dabei ist der schleichende Verlauf, der einerseits zur Gewöhnung an den Zustand beiträgt, zum anderen unterschiedliche Bewältigungsstrategien (Coping) für Teilprobleme hervorbringt. So kommt es nicht zu einer frühzeitigen Therapie, sondern eine kleine Verschlimmerung kann in einer Endphase die vollständige Dekompensation auslösen.

Geriater (Fachärzte für Innere Medizin bzw. Allgemeinmedizin mit einer mindestens dreijährigen Weiterbildung in Geriatrie und Geronto- Psychatrie und bestandener geriatischer Fachprüfung) haben Arbeitsmethoden und Betreuungsgrundsätze entwickelt, die dem entgegen steuern:

Das multidimensionale geriatrische Assessment

wird mittels eines Fragebogens durchgeführt und ist ein umfassender, interdisziplinärer diagnostischer Prozess (das heisst, ein gründlicher Abklärungsprozess unter Beteiligung verschiedener ärztlicher Berufsgruppen) mit dem Ziel, die medizinischen, funktionellen und psychosozialen Probleme und Ressourcen alter Menschen und deren Umgebung zu erfassen und einen umfassenden Therapieplan für eine weitere Behandlung und Betreuung zu entwickeln – angepasst an die Realitäten und den Bedürfnissen der Patienten.

Das geriatrische Assessement gilt als die wichtigste Arbeitsmethode, denn sowohl die ganzheitliche Betrachtung des Patienten steht im Vordergrund, als auch die Einbindung eines therapeutischen Teams in Diagnostik und Behandlung. Weitere Schritte nach dem Assessement sind aufbauende Therapieplanung, Behandlung, Pflege von Patienten und Beratung von Angehörigen, sowie die Evaluation von Ergebnissen.

Von zentraler Bedeutung der Leistungen und Massnahmen zur Förderung der Gesundheit und Prävention von Krankheiten ist immer den Gesundheitszustand der betagten Person aufrecht zu erhalten oder zu verbessern – und somit eine rechtzeitige Reaktion auf typische Alterssyndrome zu gewährleisten.